Braucht ein Rückschnitt in Nauen eine Genehmigung?
Das hängt vom Umfang ab. Ein fachgerechter Pflegeschnitt ist genehmigungsfrei – ein starker Eingriff in die Krone dagegen nicht. Die Baumschutzsatzung der Stadt Nauen vom 22. März 2000 schützt Bäume, Hecken und Sträucher; Obstbaum-Hochstämme sind bereits ab 30 cm Stammumfang erfasst. Auch der starke Rückschnitt eines geschützten Baumes ist genehmigungspflichtig.
Anträge nimmt die Stadt Nauen entgegen. Für Eingriffe außerhalb des Satzungsgebiets und für artenschutzrechtliche Fragen ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland zuständig. Wo die Grenze im Einzelfall verläuft, beurteilen wir vor der Arbeit – nicht danach.
Pflegeschnitt oder Eingriff – wo die Grenze verläuft
Dass Obstbäume so früh erfasst sind, passt zur Aufgabe vor Ort: In Nauen geht es in der Baumpflege häufiger um Obstbaumschnitt als irgendwo sonst in unserem Gebiet.
Bei den Jahreszeiten ist die Lage für die Pflege günstiger als für die Fällung: Das Verbot vom 1. März bis 30. September (§ 39 Abs. 5 BNatSchG) betrifft das Roden und das Auf-den-Stock-Setzen – schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben ausdrücklich zulässig. Die Grenze zieht der Artenschutz nach § 44 BNatSchG, und der gilt ganzjährig: Vor jedem Schnitt sehen wir nach, ob die Krone besetzt ist. Ist sie es, wird verschoben.
Wie wir in Nauen an die Krone kommen
Nauen ist Flächenstadt – Kernstadt plus mehr als ein Dutzend Ortsteile, dazwischen offene Feldlage und Alleen. Die Windexponiertheit ist hier der bestimmende Faktor: Was in geschützter Lage jahrzehntelang hält, bricht im Luch beim ersten ernsten Sturm.
Auf den Hofgrundstücken der Ortsteile ist Platz für Hubsteiger und Hacker. In den Altstadtlagen der Kernstadt wird geklettert.
- Seilklettertechnik – das Standardverfahren der Baumpflege. Der Kletterer erreicht jeden Punkt der Krone und beurteilt jeden Ast aus der Nähe, bevor er ihn abnimmt.
- Hubarbeitsbühne – wo eine ebene Aufstellfläche da ist und die Krone von außen erschlossen werden kann.
- Kronensicherung – ein elastisches Gurtsystem im oberen Kronendrittel, wenn ein Zwiesel oder ein Starkast zu halten ist, statt ihn zu entfernen.
Was in Nauen wächst – und was es braucht
Streuobst an den Ortsrändern, Alleebäume an den Wegen, Pappeln an den Gräben. Pappeln sind der Dauerbrenner: schnellwüchsig, mit schwachen Astanbindungen, und sie werfen Starkäste auch bei ruhigem Wetter ab. Bei ihnen ist die regelmäßige Kontrolle wichtiger als jeder Schnitt. Alte Obstbäume dagegen lassen sich mit einem Verjüngungsschnitt über Jahre halten, wenn man ihn über mehrere Durchgänge verteilt statt alles auf einmal zu nehmen.
Geschnitten wird nach ZTV-Baumpflege: am Astring, ohne Stummel, ohne Rindenverletzung. Kappungen und das sogenannte Auf-den-Kopf-Setzen machen wir nicht – sie nehmen dem Baum die Statik, treiben ihn zu schwachem Ersatzwuchs an und schaffen genau die Bruchgefahr, die sie beseitigen sollten.
So läuft die Baumpflege in Nauen ab
- 1Kostenloser Vor-Ort-Termin
Wir beurteilen Stammfuß, Wurzelanläufe, Kronenaufbau und Totholzanteil – und sagen, welche Maßnahme der Baum wirklich braucht.
- 2Maßnahme und Zeitpunkt festlegen
Kronenpflege, Totholzentnahme, Einkürzung oder Sicherung. Dazu der passende Termin im Jahr, abgestimmt auf Art und Zustand.
- 3Festpreisangebot
Ein klarer Preis je Baum. Was sich erst in der Krone zeigt, besprechen wir, bevor wir es machen.
- 4Ausführung und Dokumentation
Schnitt nach ZTV-Baumpflege, Schnittgut abgefahren, auf Wunsch Befund und Maßnahme schriftlich für Ihre Unterlagen.
Was kostet das?
Der Preis hängt an Kronengröße, Zustand und Zugang, nicht am Ort. Ein Baum, der seit zwanzig Jahren nicht angefasst wurde, kostet mehr als einer in regelmäßiger Pflege – und genau deshalb lohnt sich der Rhythmus. Die Preisübersicht steht auf der Leistungsseite Baumpflege.
Häufige Fragen zur Baumpflege in Nauen
Unser alter Apfelbaum trägt kaum noch. Hilft Schnitt?
Meistens ja. Ein Verjüngungsschnitt über zwei bis drei Durchgänge in aufeinanderfolgenden Jahren baut die Krone neu auf, ohne den Baum zu überfordern. Alles auf einmal herauszunehmen bringt eine Flut von Wassertrieben und sonst wenig.
Was macht man mit einer Pappel an der Grundstücksgrenze?
Beobachten und entlasten. Pappeln reagieren auf Einkürzung mit massivem Neuaustrieb, der schlecht angebunden ist – man verschlimmert es. Sinnvoll sind Totholzentnahme, das Abnehmen kritischer Starkäste und ein fester Kontrollrhythmus.
Gilt die Satzung auch in den Ortsteilen?
Die Satzung gilt für das Stadtgebiet einschließlich der Ortsteile; im Außenbereich kommen Regelungen des Landes und des Landkreises hinzu. Was für Ihr Grundstück greift, klären wir vorab.
Auch in der Nachbarschaft
Was einen Baum braucht, entscheidet sein Standort. Baumpflege in den Nachbarorten: